Bereits unsere keltisch-germanischen Vorfahren feierten die Jahreskreisfeste nach den Rhythmen der Natur. Die Naturrituale wurden teilweise vom Christentum verdrängt, ein Teil wurde integriert.
Auch Weihnachten ist eigentlich ein Fest der Kelten und Germanen, welches schon lange vor der Christianisierung gefeiert wurde. Früher wurde die Wintersonnenwende am 21.12. gefeiert und das Fest wurde Mittwinter, Julfest, Modro und Alban Arthuan genannt.
Jul bedeutet: geweihte Nächte.
Es ist die Zeit der tiefsten Dunkelheit und gleichzeitig werden die Sonne / das Licht und damit auch die Hoffnung neu geboren.
Bei den Kelten und Germanen wurde der Jahreskreis in zwei Hälften geteilt – eine dunkle und eine helle. Sie stellten sich vor, die Erde (der Drache) atmet von 21. Dezember bis 21. Juni aus (helle Halbzeit). In der Natur keimt alles, es wächst und gedeiht bis zur Ernte.
Ab der Sommersonnenwende atmet die Erde wieder ein und zieht ihre Kräfte in sich zurück.
Diese drei Tage zwischen der Sonnenwende und Weihnachten waren den Schicksals- und Muttergöttinnen geweiht. Es waren dies Gaia (Griechenland), Holle und Frigga (nordisch). Aber auch die drei Nornen, die am Brunnen Urd am Fuße des Weltenbaums Yggdrasil sitzen, werden damit verbunden.
- Urd = Vergangenheit, sie muss das Vergangene akzeptieren
- Verdandi = Gegenwart, Schutzgöttin der Neugeborenen
- Skuld = Zukunft, sie spinnt den Faden der Zukunft

In Österreich hießen die Muttergottheiten „Bethen“.
- Borbeth = mütterliche Sonnengöttin (im Christentum Barbara)
- Ambeth = Leben gebärende Mutter (im Christentum Margarethe)
- Wilbeth = helle Mondgöttin mit dem Rad des Schicksals (im Christentum Katharina)
In der Julnacht wurden alle Feuer gelöscht und dann auf dem Julbock, welcher aus Eichenholz bestand, neu entfacht. Mit diesem heiligen Feuer wurden dann die Herdfeuer wieder angezündet.
In vielen Regionen wurde an diesem Tag Schweinefleisch als Zeichen der Fruchtbarkeit gegessen. Dazu gibt es eine Geschichte: Der germanische Gott Freyr (Cernunos, der Gehörnte) reist mit einem wilden Eber durch das Land. Die goldenen Borsten des Ebers durchdringen die Dunkelheit. Dieser Eber schiebt das Jahresrad wieder an, damit der neue Zyklus beginnen kann. Und erst zu diesem Zeitpunkt durften sich auch die anderen Räder wieder drehen. Auch während der Rauhnächte (nach der Wintersonnenwende) steht das Jahresrad still und es durfte sich auch sonst kein Rad (Spinnrad, …) drehen.
Rituale zur Wintersonnenwende:
Entzünde eine Kerze oder, wenn du die Möglichkeit hast, ein Feuer in der Feuerstelle. Verbinde dich mit Mutter Erde, spüre ihre Wärme und die Geborgenheit, die sie uns gibt.
Wenn du möchtest, gehe in die meditative Haltung und mache eine Reise zur Erdengöttin ins Innere der Erde, wo sie an ihrem Kessel steht. Rede mit ihr und lausche den Botschaften, die sie für dich hat.
Nachdem ja auch die Rauhnächte mit der Wintersonnenwende beginnen, kannst du auch dafür ein kleines Ritual starten. Richte dir 13 kleine Zettelchen und schreibe auf jedes Zettelchen einen Wunsch / eine Hoffnung für das kommende Jahr. Dann falte die Zettelchen und gib sie in ein kleines Säckchen. Ein Zettelchen ziehst du aus dem Säckchen und verbrennst es.
An den kommenden Tagen verbrennst du 11 Weitere Zettelchen, bis nur mehr eines übrig ist. Das ist deine eigene Aufgabe für das kommende Jahr. Die anderen Wünsche übernimmt das Universum.

Begleitend kannst du mit einer Mischung aus Efeu, Myrrhe, Alantwurzel und Weihrauch räuchern.
